Einbau einer Enthärtungsanlage

Fertig montierte Anlage

Der Heizungsbauer hat uns schon vorgewarnt und die Gewissheit kam direkt nach der Installation der ersten Chrom-Armaturen. Das Wasser ist ziemlich „hart“. 18 dH (deutsche Härte) wurde gemessen und das sah man schon nach wenigen Tagen auf den Wasserhähnen und der Duschbatterie. Daher kam eine Enthärtungsanlage für das Wasser auf den Plan.

Art der Enthärtungsanlage

Nach umfangreichen Recherchen stellte sich heraus, dass sich das Ionenaustauschverfahren wohl als sinnvollste Lösung zur Wasseraufbereitung eignet. Für private Haushalte verwenden die meisten Anlagen dabei das Kunstharz-Ionenaustauschverfahren. Das Wasser wird über ein Steuerventil durch einen Behälter geleitet in welchem sich ein spezielles Polymerharz befindet. Dieses bindet die Ca-Ionen (Calcium) und gibt dafür Na-Ionen (Natrium) an das Wasser ab. Sobald das Harz keine freien Na-Ionen mehr hat, findet eine Regeneration statt. Dabei wir das Harz mit eine Salzsole durchspült. Hierbei werdend die Ca-Ionen wieder durch Na-Ionen ausgetauscht und das Spiel fängt von vorne an. Die Salzlösung wird mittels Salztabletten erzeugt, welche sich in einem zweiten Behälter befinden.

Soweit so gut. Gibt man nun einmal „Enthärtungsanlage“ in Google ein offenbaren sich unglaublich Preisunterschiede. Je nach Durchflussmenge unterscheiden sich die Anlagen preislich um teilweise 1000€ und mehr. Dabei ist der Markt überhaupt nicht so unübersichtlich wie es scheint. Das wichtigste an der Anlage ist das Steuerventil. Hier gibt es eigentlich nur 3 gängige Ventile von den Herstellern. Canature (BNT), Pentair (Fleck) und Clack (Clack). Dabei sind erste am günstigsten und Clack-Ventile eher hochpreisig. Im privaten Bereich findet man auch meistens BNT oder Fleck-Ventile an den Anlagen. Was nun also die Preisunterschiede ausmacht weiß ich nicht. Am Gehäuse und der Flasche dürfte es Qualitativ nicht viele Unterschiede geben. Also bleibt ja nur das Ventil. Auch wenn Montage dabei ist, glaube ich nicht, dass hierfür 1000€ gerechtfertigt wären.

Da ich der Meinung war, ich könnte so eine Anlage auch selber anschließen, habe ich mich also auf die Suche nach diversen Herstellern gemacht. Ein Name auf welchen ich dabei des öfteren gestoßen bin war die AQMOS Wasseraufbereitungs GmbH in Rodgau. Dabei ist Rodgau nur einen Katzensprung entfernt. Also habe ich dort einfach mal angerufen und mich beraten lassen. Da der Härtegrad bekannt war und auch die Anzahl der Personen, wurde mir eine FM-40 Anlage empfohlen. Diese schafft rund 2000 l bis zur Regeneration. Das reicht angeblich für 4 Personen bei einer Regeneration alle 7 Tage. Mir wurde ein Komplettangebot bestehend aus Anlage im Karbinettgehäuse mit Fleck 5600 SXT Ventil, Montageblock und 100 kg Salz für rund 820€ gemacht. Allerdings mit Selbstabholung. Im Vergleich zu anderen Anbietern auf eBay usw. ging der Preis für mich in Ordnung.

Gesagt, getan. Ich habe die Anlage also in Rodgau abgeholt. Vor Ort wurde mir das System noch einmal ausführlich erklärt und die Anlage auf 18 dH eingestellt. Während die Rechnung aus dem Drucker kam, wurde mir die Anlage bereits in den Kofferraum geladen. Bei Fragen kann ich jederzeit anrufen. Also alles gut soweit.

Einbau der Enthärtungsanlage

Zuhause gab es dann erst einmal Kriegsrat mit meinem Vater. Dass hinter der Wasseruhr ziemlich wenig Platz für den Montageblock ist wussten wir, aber nicht dass es so wenig ist. Zudem wollte mein Vater auch noch ein zusätzlich T-Stück einbauen und nachträglich noch eine Außenzapfstelle realisieren zu können. Dies musste natürlich vor den Filter und die Enthärtungsanlage. Wir wollen ja den Garten im Notfall nicht mit „weichem“ Wasser bewässern.

 

Somit wurde nach „oben“ gebaut. T-Stück -> Filter -> Montageblock -> Abzweig Kessel -> Abzweig Kaltwasser EG/DG. Mein Vater hat dabei klassisch das Kupferrohr in die Messingmuffen gelötet. Materialkosten für Muffen und Rohr etwa 80€.

Nach Dichtheitsprüfung wurde die Anlage in Betrieb genommen. Etwas Wasser rein, Salztabletten dazu , Zwangsregeneration auslösen. Soweit, so gut. Jetzt muss die Verschneidung noch eingestellt werden. Das bedeutet, dass dem enthärteten Wasser wieder etwas Leitungswasser zugeführt wird. Das Wasser aus der Anlage hat 0 dH. Damit die Rohre nicht angegriffen werden, solle das Wasser jedoch zwischen 6-8 dH haben. Das ganze gestaltete sich mit dem Prüfbesteck und dem Drehrad doch etwas als Fummellei. Man musste das Drehrad wirklich weit aufdrehen um irgendwie 7 dH zu erreichen. Ob das so gewollt ist oder nicht weiß ich nicht. Ich werde das Wasser in den nächsten Tagen noch öfters überprüfen.

16 Kommentare

  1. Das wäre mir neu, denn der Absperrhahn befindet sich hinter der Wasseruhr. Zumal sich vor der Wasseruhr noch ein Absperrventil befindet.

  2. Ok, macht Sinn.
    Aber ist der Absperrhahn nicht Teil der Installation von Gemeindeseite und somit unantastbar?

    Grüße aus Limeshain
    Michael

  3. Der Montageblock an sich ist ja auch ein Absperrventil. Ein Absperrhahn vor dem Absperrventil macht aus meiner Sicht wenig Sinn.

  4. Hi und Danke für diesen interessanten Bericht, es hat mir sehr geholfen, da ich das gleiche Platzproblem habe!
    Ich frage mich nur, wo ist der Absperrhahn nach der Wasseruhr geblieben?

    Danke für Info!

    Grüße Michael

  5. Hi Ralf

    Ich möchte noch hinzufügen: Beim Einbau einer Wasserenthärtungsanlage handelt es sich um eine bauliche Veränderung und nicht um eine Maßnahme der Modernisierung. Laut http://wasserenthaertungsanlagen-test.com – ist das Haus oder sind die Rohre in der Vergangenheit aufwendig saniert worden, macht eine solche Anlage eventuell Sinn da das Wasser ja kalkhaltig ist. In der Regel sind nicht nur Anschaffungskosten sondern auch die Folgekosten zu berücksichtigen.

  6. Hallo,

    sehr interessanter Artikel – vielen Dank dafür.
    Vor kurzem mussten wir uns auch eine solche Anlage zulegen. Ihre Seite und https://www.die-entkalkungsanlage.de haben uns dabei sehr geholfen.
    Nur für das richtige Salz haben wir uns noch nicht entschlossen, vielleicht können Sie darüber ja auch demnächst einen Artikel veröffentlichen 🙂

    Viele Grüße,

    Stefan

  7. Hallo,
    ich kann von einer Selbstinstallation nur abraten wenn man nicht wenigstens Grundkenntnisse im Bereich SHK hat. Hierbei kann man schnell den ganzen Keller unter Wasser setzen.

  8. Hallo Ralf,

    haben uns jetzt auch eine Aqmos FM 32 zugelegt und wollen diese „allein“ einbauen.
    Heizungsfirma will nicht ran, da Anlage nicht über sie bestellt,
    entgangener Gewinn usw.
    Als Laie steht man aber nun vor dem Gerät wie Kuh vorm Tor.
    Da ihr alles super hinbekommen zu haben scheint, würde mich freuen,
    wenn du mir erklären könnest, vielleicht auch in kleinen Skizzen,
    wo welches Bauteil dran kommt, und was man(n) beachten muss.
    Werde höchst wahrscheinlich auch in die Höhe gehen müssen.

  9. Andreas Lange 19. August 2016 um 13:49

    Hallo,

    auch wir haben uns letzten Monat auch eine Wasserenthärtungsanlage zugelegt und sind mit dem Ergenis sehr zufrieden. Wir konnten über die Seite wasserenthaertungsanlagen-test.de an viele nützliche Informationen kommen. Auf der Seite wird sogar beschrieben, wie man die für sich benötigte Kapazität der Anlage berechnet! Vielleicht hilft sie ja dem ein oder anderen auch weiter.

    Viele Grüße
    Andreas

  10. Hi, ich würde sagen, dass kommt ganz auf die Gegebenheiten an. Wenn man den Montageblock irgendwo mittels Muffen und Nippeln dazwischen bekommt braucht man nur einen Schraubenschlüssel, etwas Hanf und Fermit. Muss man allerdings die Länge von Rohren anpassen sollte man mit dem Lötkolben umgehen können. Die Sanitärfirma würde die Rohe rund Muffen zusammenpressen. Dafür braucht man aber eine Rohrpresszange und deren Anschaffung lohnt sich für den Hobby-Handwerker nicht.

  11. Hallo,
    danke für den tollen Artikel! Bin im Moment auch am überlegen ob ich es mit Hilfe meines Vaters hinbekomme eine Enthärtungsanlage anzuschließen. Was würdest du sagen wie viel handwerkliche Erfahrung man für das Anschließen haben sollte? Danke und viele Grüße

  12. Hi, wir leben in der nähe von Hanau am Main und haben uns auch ne Entklakungsanlage zugelegt. Vorher haben wir uns gründlich informiert und sind üpber diese Info Seite gestoßen, die sehr Informativ ist: http://wasserenthaertungsanlage.net/

    Schau doch mal rein, auch die Informationen rund um die Desinfektion sind sehr Informativ.

  13. Eine Härte von 18° ist echt übel! Danke für den informativen Bericht. Wäre super, wenn du nach 1-2 Monaten Betrieb der Anlage mal ein kurzes Feedback dazu gibst. Wäre das möglich??

  14. Danke,

    wir haben leider nur 1,6m, Speicher und die Therme sollten aber nebeneinander passen und dann die Lüftung auf die andere Wand. Grüße

  15. Hallo Marcus,

    der HAR hat eine Breite von 2,80m und eine Länge von 4,60m. Die gesamte Sanitärtechnik ist an der kurzen Raumseite montiert. Nur der Sicherungsschrank ist an der gegenüberliegenden Wand. Wie das ganze komplett aussieht hier.

  16. Hallo,

    könnt Ihr mir sagen wie groß der HAR ist. Also Länge x Breite. Ich versuche mir gerade vorzustellen wie ich die Haustechnik am besten installieren lasse.

    Danke

    Grüße

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